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Chronik
Wirte

Irmi, Theresa und Sepp Guggenbichler

 

Seit dem Frühjahr 1990 sind Sepp und Irmi Guggenbichler Senner auf der Hefteralm. Vollkommen unverhofft wurde ihnen die Stelle der Sennerleut angeboten, als die „alten Senner“ Wast und Fanny Hilger die Alm aus Altersgründen nicht mehr weiterführen konnten.

Doch wie alles begann........

Die Hefteralm gehörte einmal als „LEHEN“ zum Erzbistum Salzburg, zu dem in dieser Zeit auch das Kloster zu Frauenchiemsee gehörte.
Dies ist vor allem an der eigenwilligen Bauweise des Almdaches zu erkennen, dass einen „Walm“ darstellt, wie es im Pongau und im Salzburgerischen immer noch zu sehen ist.
Die Alm wurde um die Jahrhundertwende viele male verkauft, bis sie Anfang 1900 vom Hefterbauern zu Grassau erstanden wurde.Zu diesem herrschaftlichen Anwesen gehörten zur damaligen Zeit eine Landwirtschaft, ein Wirtshaus und eine eigene Metzgerei.Doch leider wurde dies alles in den Kriegsjahren (1940) Stück für Stück verkauft.

Daher der Name Hefteralm.

Um 1911 kaufte die Kaltblutzuchtgenossenschaft Traunstein die Alm und bewirtschaftet diese weiter.
Die Almflächen der Ross- und Frauenalm wurden ebenfalls dazugekauft.
Die Alm gehörte vor 1911 zum Hefteranwesen in Grassau, dieses Anwesen setzte sich aus einer Dorfwirtschaft, Bauernhof und einer eigenen Metzgerei zusammen.

Mit viel liebe ins Detail wurde die Hütte wieder instand gesetzt, das Walmdach renoviert und erhalten.
Diese Genossenschaft, bestehend aus alteingesessenen Bauern mit viel Traditionsbewusstsein, in Bezug auf Kaltblutpferden und Rinderzucht, hält viel auf ihre Alm.

Die Sennerleut der Hefteralm

1949-1954               Verschiedene Senner
1955-1965               Renoth Hermann, Grassau
1966-1989               Fanny und Wast Hilger, Grassau
1990- heute             Sepp und Irmi Guggenbichler, Staudach

Seit dem Frühjahr 1990 sind Sepp und Irmi Guggenbichler Senner auf der Hefteralm.

Vollkommen unverhofft wurde ihnen die Stelle der Sennerleut angeboten, als die „alten Senner“ Wast und Fanny Hilger die Alm aus Altersgründen nicht mehr weiterführen konnten.

Bei richtigem Sauwetter fuhr Irmi Guggenbichler mit ihrem Vater Georg Gehmacher und dem Schriftführer der Genossenschaft Gregor Lindlacher auf die Alm.

Ein Ehepaar hatte sich um die Sennerstelle beworben und wollte die Hütte begutachten.
Die Hütte hatte viele Monate über dem Winter leer gestanden und so kam ihnen beim öffnen der Haustüre ein unangenehmer modriger Geruch entgegen.
Die junge Frau war noch nie im inneren der Hütte und fing an neugierig herum zu suchen.
Sie ließ Luft in die Hütte-, öffnete Fenster und Türen, begutachtete Stall und Heuboden.
Gori Lindlacher kam der neugierigen Irmi hinterher und erzählte ihr, dass das interessierte Paar abgesagt hätte.
Der Zustand der Hütte und des Fahrweges sei ihnen zu schlecht.
Ohne auch nur eine Sekunde zu überlegen sagte sie:

............ Dann mach i des!

Warum sie so reagierte, kann sie bis heute nicht sagen.
Aber die Hütte gefiel ihr, sie wusste nur noch nicht wie sie alles machen sollte und konnte.
Am Abend besprach sie sich mit ihrem Mann Sepp.
Dieser ist Waldfacharbeiter beim Forst.
Er kannte seine Frau schon und sagte ihr jede Hilfe zu.

Viel wurde von nun an an der alten Hütte herumgerichtet.
Aber wie ein altes Sprichwort schon sagt: neu Besen kehren gut.

Und solche Besen waren Sepp und Irmi.

Zusammen mit den Bauern der Kaltblutzuchtgenossenschaft wurde aus der leicht baufälligen Hütte, ein richtiges Schmuckkasterl.
Das Dach , das an vielen Stellen undicht war (in der Stube musste man bei Regen 3 Eimer aufstellen) wurde komplett gerichtet, ohne die alte Bauweise zu beeinträchtigen.
Böden, Holzdecken, Verschalungen, Isolierungen, Kachelofen, Küchenofen, Wasseleitung, Melkmaschine, Badezimmer, Toiletten, Milchkammer , ja die ganze Einrichtung…….alles musste nach und nach renoviert werden.
Am meisten Arbeit machten jedoch die alten Zäune. Sie mussten abgebaut und komplett erneuert werden, neue Tränken gebaut und die schlechten Wege erneuert und erhalten werden. Die Alm war schon bedenklich verwildert mit Gestrüpp und Disteln.
Es musste geschwendet und gemäht werden, Disteln gezogen , Gehölz entfernt und
neu Grasnabe gesäht werden.
Die Stallungen auf der Ross- und Frauenalm wurden ebenfalls renoviert oder neu aufgebaut.

Der Tag beginnt um 5:00 Uhr früh und dauert meisten bis 8:00 Uhr abends, bis sie endlich verschnaufen können.
Das hängt auch mit den vielen Gästen zusammen, die gern auf die Alm kommen.

Nicht nur, dass es auf dem Berg bei einer Rast sowieso besser schmeckt, bemüht sich Irmi alles, was sie anbietet,
selbst herzustellen.

……und so könnte man immer weiter erzählen….

 

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